Am Dienstag, den 18.09.18, gab es im Rat der Stadt Troisdorf, unter TOP 16, eine letzte Abstimmung zu dem 1 ha 'Spicher Wald' (ehemaliges Schießplatzgelände), der zu Industriegebiet umgewandelt werden soll.

 

   Ob Hambacher Forst oder hier im 'Spicher Wald '-

immer mehr Wald soll der Industrie weichen!

Und das Groteske daran: Gerade die Partei, die sog. Grünen, die sich Umwelt und Biodiversität auf die Fahne geschrieben hat, steht an vorderster Front, verantwortet diesen Kahlschlag und treibt ihn voran, um hier in Troisdorf dem Koalitionspartner CDU als willfähriger Mehrheitsstimmen-Beschaffer zu dienen. 

Zudem werden die aus dem Ruder gelaufenen Sanierungskosten für den Schießstand und die Streuzone (vom ersten Gutachten mit über 3,6 Millionen veranschlagt und nun, anderhalb Jahre später, vom gleichen Gutachter, mit über 5,4 Millionen beziffert) einfach unter den Tisch gekehrt! Auch nach mehrfacher Nachfrage nach dem Grund für den immensen Anstieg der Kosten, haben wir nie eine Antwort bekommen. Ferner wurden unsere sehr stichhaltigen Bedenken und Vorschläge zu dem gesamten Vorhaben, bei der Offenlage im Oktober 2015, nicht im Geringsten berücksichtigt.

Der Umgang von CDU, Grünen und Regenbogen-Piraten (und FDP im Schlepptau) mit der Unterschriftenaktion "Hände weg vom Spicher Wald" (bei der sich immerhin fast 5000 Bürger gegen das Vorhaben ausgesprochen haben) und dem Gegenwind der mehr als 400 Bürger, bei der Infoveranstaltung im letzten Herbst im Bürgerhaus , offenbart ein erstaunlich verqueres Demokratieverständnis.

Anstatt das Aufbegehren der Bürger ernst zu nehmen, wird es einfach ignoriert und man fährt fort, als wäre nichts gewesen.

Dass sich so viele Troisdorfer Bürger mit ihren Unterschriften gegen eine weitere Einschränkung des 'Spicher Waldes' als Naherholungsgebiet und gegen eine Umwandlung in Industriegebiet ausgesprochen haben, ist ein eindeutiger Hinweis, dass die Bürger nicht alles hinnehmen, was sich die Mehrheitsparteien CDU, Grüne, Regenbogen-Piraten, unterstützt von der FDP, so alles im Rat einfallen lassen.

Doch statt auf Kommunikation, setzen Mehrheitsparteien, durch die Industrie getrieben, auf ein ignorantes "Weiter so"!

Wir, die Naturfreunde Troisdorf, haben uns nie gegen eine Sanierung (anders als von der CDU und den Grünen dargestellt) ausgesprochen, sondern haben diese von Anfang an mit befürwortet. Wogegen wir uns aussprechen ist, dass ein Teil (2 ha) der Sanierungszone (ehem. Streuzone) nicht wieder aufgeforstet, sondern in Industriegebiet umgewandelt werden soll, bzw. 1 ha in Trockenbiotop, obwohl nur einen Steinwurf entfernt mehrere ha Trockenbiotop (Regenrückhaltebecken-West und auf der Deponie) bereits angelegt wurden - also ein ausreichend großes Gebiet für die dort lebenden Zauneidechsen.

Wir Naturfreunde Troisdorf hatten die Ratsmitglieder in einem Schreiben aufgerufen, am Dienstag, den 18.09.18, zu TOP 16 eine geheime Abstimmung zu fordern, damit jeder der Beteiligten, ohne Fraktionszwang und nach eigenem Wissen und Gewissen, abstimmen kann!

20 Prozent der Ratsmitglieder hätten schon für eine geheime Abstimmung gereicht. Leider trauten sich die Parteien (auch die Oppositionsparteien) irgendwie wohl nicht, warum auch immer....es wäre auf jeden Fall eine letzte Chance gewesen.

Nichtsdestotrotz machen wir ungehindert weiter in unserem Bemühen, den 'Spicher Wald' als Naherholungsgebiet und Landschaftsschutzgebiet für die Troisdorfer Bürger und die dort lebenden Tiere zu erhalten.

Was im Großen (Hambacher Forst) geklappt hat, wird doch wohl auch bei uns (Spicher Wald) klappen!!! ;)

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